Mein Date mit… der Brokerin

23 Jan


Nach meinem letzten Date mit der Rennfahrerin ging es selbstverständlich sofort steil in die nächste Kurve. Objekt der Begierde diesmal: Eine junge aufstrebende Brokerin.

Nachdem ich die Quickfacts über die Zukünftige  in meiner Dating-Community ausgecheckt hatte, war ich  mir sofort sicher gewesen: Hier sollte ich „overweighten“ und dranbleiben, dann würde es ein ordentliches Kurs-Gewinn-Verhältnis geben. Also erstmal ein Börsentermingeschäft mit ihr vereinbart und mich in lockerer Umgebung abseits des Parketts verabredet. Für den Abend hatte ich einen Stopp bei 50 Euro gesetzt, mir aber noch eine Option auf weitere 25 Euro offengehalten.

Während ich mutig in White Russian (Kurswert 5,60 €) investierte und auf ein rasches Anziehen des Marktes hoffte, schien meine Partnerin Insiderwissen zu besitzen: Sie setzte einen Hebel bei 24 an und stockte ihr Depot mit Rotwein und einem Sex on the Beach auf (Schirmchen inklusive). Während der Kurs meines vollwertigen Getränks in Form der Füllhöhe rasant absank, schien sich die Investition meines Gegenübers schon bezahlt gemacht zu haben. Mir reichte es nun, ich wollte auch erfolgreich am Markt partizipieren und setzte alles ein: Bier, Vodka, Jägermeister, Vollmilch. Spread your value, hieß es doch schon bei Warren Buffett. Was sollte bei diesem erfolgsversprechendem Portfolio schon schiefgehen…?

Und wie ich Recht behielt, die Prozente schossen in die Höhe wie Pusteblumen im schönstem Julisommer, der Blutdruck stieg von Minute zu Minute, mein Puls raste. Ich geriet in Ekstase. Meine Begleitung agierte defensiver, ruhig und bedächtig beobachtete sie das Geschehen. Doch in ihren Augen sah ich das lodernde Feuer. Wie eine Raubkatze registrierte sie jede Bewegung – jederzeit bereit tödlich zuzuschlagen, wenn sie das richtige Opfer gefunden hatte.

Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass die feindliche Übernahme bereits im vollen Gange war. Ich hüpfte im Geiste noch fröhlich vergnügt und nichtsahnend über die blühenden Wiesen der Finanzlandschaft, als ich plötzlich wie vom Blitz getroffen inne hielt. Klammheimlich und schleichend hatte sich die Broker-Mietze von gegenüber in einen wilden Tiger verwandelt. Rasant griff sie meine Marktmacht an. Jetzt hieß es halten und auf den Peak warten. Dann war es so weit: Sie war nicht aufzuhalten, schluckte alles.

Ich musste einsehen, dass ich gegen eine derart versiert agierende Traderin keine Chance hatte und schloss noch vor Handelsende  einen guten Deal. Daytrading at its best!

Nun hielt jeder die Hälfte der gemeinsamen Anteile an White Russian und Sex on the Beach, war gleichberechtigter Gesellschafter und hatte in kurzer Zeit auch einige Prozente bzw. Promille gut gemacht. Als sie mich später am Abend kess fragte „Zu mir oder zu dir?“, konnte die Antwort nur lauten: „Egal, ist in jedem Fall eine Win-Win-Situation!“

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Eine Antwort to “Mein Date mit… der Brokerin”

  1. meinmarburg 20. Februar 2011 um 19:51 #

    Schreib doch mal wieder was! 😀
    Was ist eigentlich aus der Ofenfrau geworden? Hast du ihr nun einen ins tiefste Russland geschickt?

    Freu mich, bald mal wieder hier was Neues zu lesen. 🙂

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