Sex mit Außerirdischen

9 Jul

Vor ein paar Wochen weilte ich mit dem Fahrrad im schönen Brandenburg auf den Spuren von Theodor Fontane. Ich war schon spät dran, wollte ich noch den Zug ins heimatliche Berlin erreichen. Darum trat ich kräftig in die Pedale. Die Sonne, die mit ihren Sonnenstrahlen meine Seele wärmte und mein Herz erquickte, drohte schon bald am Horizont unterzugehen und mich in undurchdringliche Dunkelheit zu stürzen.

Plötzlich, ich hatte mich bereits aus dem Sattel erhoben, um die nächste Steigung mit möglichst viel Schwung und Elan zu nehmen, ging meinem Hinterreifen die Luft aus. „Scheiße! Verdammtes Drecksteil!“ fluchte ich. Doch es war sofort klar, dass mit heißer Luft allein dieser Schaden nicht zu beheben war. Das pünktliche Erreichen des Zuges konnte ich mittlerweile eh vergessen. Glücklicherweise befand sich in meiner Satteltasche das notwendige Werkzeug und so machte ich mich an das Abschrauben des Rades. Das war zwar schnell getan, doch als ich gerade fertig war musste ich einsehen, dass bei der einsetzenden Dunkelheit an ein finden und flicken des Loches nicht zu denken war. Mich schon gerade mit dem Gedanken abfindend mein Fahrrad zum Bahnhof schieben zu müssen, bemerkte ich in einiger Entfernung auf der Landstraße ein Licht, welches sich mir rasant näherte. Ein Glück dachte ich noch, die können mich vielleicht mitnehmen, als ich im nächsten Moment von Müdigkeit übermannt zusammensackte.

Ich erwachte ohne irgendeine Orientierung oder ein Gefühl zu haben wie viel Zeit vergangen war, in einem abgedunkelten Raum. Panik ergriff Besitz von mir. Wer hatte mich entführt? Was wollten die von mir? Schoß es mir durch den Kopf. Ok. Ein paar meiner Bücher aus der Bibliothek waren schon ein paar Jahre überfällig. Aber ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die deswegen gleich so überreagieren würden. Zudem, wenn mich diese süße Bibliotheksmaus  jetzt entführt hätte, um mich zu ihrem willenlosen Sexsklaven zu machen, hätte ich gar nicht mal so viel dagegen gehabt, bemerkte ich mit einem Schmunzeln.

Während ich so meinen konfusen Gedankengängen nachging und ganz froh war dadurch etwas abgelenkt zu sein, öffnete sich eine Tür die mir bisher gar nicht aufgefallen war. Der abgedunkelte Raum wurde plötzlich von gleißendem Licht, das mich für einen Moment blendete erfüllt und ich wurde einem fremdartigen weiblichen Wesen gewahr, welches sich wankend auf mich zubewegte. Jetzt erst bemerkte ich welch riesigen Ausmaße der Raum in dem ich gefangen gehalten wurde hatte. Das Wesen welches sich stetig auf mich zubewegte, hatte eindeutig Ähnlichkeit mit einem Känguru, auch wenn es kein Fell hatte und von bläulicher Farbe war. Ob es wohl nach Schlumpfeis schmeckte?

Da ich keinen Weg zur Flucht sah und auch keine Gegenstände zu meiner Verteidigung in näherer Umgebung sichtbar waren, ermannte ich mich und wartete bis das Wesen vollends herangetreten war. Als es auf wenige Schritte nah war, verschränkte es die Arme und sprach es mit einer zarten engelsgleichen Stimme: „Du hast deine Bücher nicht rechtzeitig zurückgegeben!“ Ich war verwirrt, die Bibliotheksschnecke hatte ich irgendwie anders in Erinnerung. „Kleiner Spaß! „Sagte da das Wesen mit einem Lachen. „Wir haben nur vorhin deine Gedanken gelesen und haben gehört, dass Humor beim flirten sehr wichtig ist.“ „Wieso willst du denn mit mir flirten? Ick gloobe ja kaum das wir Zwei zusammenpassen…also so rein körperlich verstehste…kommt ja ooch uffn Charakter an und so.“ erwiderte ich. „Das können wir ja ändern, ich habe hier ein Gerät mit dem du mein Aussehen nach Belieben verändern kannst“, sprach das Wesen triumphierend. Von Natur aus neugierig und offen willigte ich ein. Was blieb mir auch anderes übrig? Betätigte ein paar Regler hier, drückte ein paar Knöpfe da und drehte wie ein Irrer an der kleinen Kurbel. „Oh, hoppla, abgebrochen…“ Als ich dann alles nach meinen speziellen Wünschen eingestellt hatte, meint ihr bestimmt ich wäre sofort wie ein ungezähmter Tiger auf sie raufgesprungen. Natürlich wieder mal ganz falsch.

In einer Ecke des Raumes hatte ich nämlich einen Bier- und Knabberzeugautomaten entdeckt und zum Glück noch ein paar Euronen in der Tasche. Man, hatte das ganze Knöpfchen drehen mich durstig gemacht. Jetzt erst mal ne‘ kühle Molle zischen und ein paar Flips flippen. Ach wie der goldene Gerstensaft meine ausgetrocknete Kehle erfrischte. Vor Wonne schossen mir Tränen in die Augen. So präpariert und vorbereitet zückte ich nun mein Smartphone, blätterte das Kamasutra von vorne nach hinten, von hinten nach vorne durch. Puh, schon beim Anblick der komplizierten Stellungen kam ich ganz schön ins Schwitzen. „Ruhige Kugel“ Aha! Supernova! Uiuiuih!“ Keck fragte ich: „Können wir das Ganze nicht verschieben?“ „Willst du mich verarschen? Erst schraubst du da stundenlang an den verdammten Reglern rum das mir schon ganz schwindlig ist, dann willst du unbedingt noch ne Pilsette schlürfen und jetzt willste kneifen?“ Erwiderte das Wesen sichtlich ärgerlich. Das konnte ich natürlich so nicht im Raum stehen lassen. Nahm Anlauf, riss mir noch im Flug mit einem geschickten Manöver das T-Shirt vom Leib und sprang hinein ins Vergnügen.

Ich erwachte zuhause aus völliger Dunkelheit, das Blut in meinen Venen fühlte sich an wie flüssiger Stahl, ich war noch völlig benommen vom Rausch der letzten exzessiven Nacht und musste mich ernsthaft anstrengen, mit meinen Sinnen wieder zu mir zu kommen. Endlich raffte ich mich auf und stolperte zum Kühlschrank. Als der Fruchtjoghurt mich mit einer „Guten Morgen Sonnenschein“-Coverversion von Nana Mouskouri begrüßte, riss mir der Geduldsfaden. Geh ich halt bei McDonalds Frühstücken.

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